Monitoring der Asylzahlen: Kolumbien in Deutschland – April 2026

April 2026

5/31/20262 min read

Die Initiative Recht auf Asyl veröffentlicht ihre aktuelle Analyse zur Entwicklung der Anträge auf internationalen Schutz von kolumbianischen Staatsangehörigen in Deutschland für den Monat April 2026.

Im Berichtsmonat wurden 29 Asylanträge registriert. Dies stellt einen deutlichen Rückgang gegenüber März 2026 dar, als 68 Anträge verzeichnet wurden. Damit wurde der bislang niedrigste Monatswert des laufenden Jahres erreicht, nachdem die Antragszahlen zuvor über mehrere Monate hinweg durchschnittlich zwischen 50 und 70 Anträgen pro Monat gelegen hatten.

Weiterhin bemerkenswert ist die Entwicklung bei den venezolanischen Staatsangehörigen. Bis einschließlich April 2026 wurden insgesamt 393 Asylanträge von venezolanischen Staatsangehörigen registriert. Diese Zahl wurde inzwischen von Georgien übertroffen, das nun Platz zehn unter den zehn Herkunftsländern mit den meisten in Deutschland registrierten Asylanträgen im Jahr 2026 einnimmt.

Kolumbien bleibt seinerseits weiterhin außerhalb der zehn Herkunftsländer mit den höchsten Asylantragszahlen in Deutschland und bestätigt damit diesen Trend bereits im vierzehnten Monat in Folge. Da derzeit kein deutlicher Anstieg der Antragszahlen zu erwarten ist, erscheint eine Rückkehr Kolumbiens in diese Rangliste weder kurz- noch mittelfristig plausibel.

Die Auswertung der Daten hatte zuvor auf ein zyklisches Muster bei den Antragszahlen hingewiesen. Seit Ende 2025 bis einschließlich März 2026 schwankte die Zahl der monatlichen Anträge zwischen etwa 50 und 75 Fällen. Angesichts der im April registrierten Zahlen lässt sich derzeit jedoch keine Tendenz zu einem Anstieg erkennen.

Hinsichtlich der getroffenen Entscheidungen verzeichnet der Monatsbericht des BAMF im April 2026 zwei positive Entscheidungen, bei denen zwei kolumbianischen Staatsangehörigen die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt wurde.

Damit wurden im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 insgesamt drei positive Entscheidungen dokumentiert: die Gewährung subsidiären Schutzes im Januar sowie zwei Anerkennungen als Flüchtling im April.

Die Gesamtschutzquote bewegt sich weiterhin zwischen 0,5 % und 1 % und gehört damit zu den niedrigsten Quoten unter den Herkunftsländern mit einem nennenswerten Antragsaufkommen. Dies verdeutlicht die Fortsetzung einer restriktiven Entscheidungspraxis der deutschen Behörden gegenüber Asylanträgen kolumbianischer Staatsangehöriger.

Fazit

Die Zahlen für April zeigen einen erheblichen Rückgang der Asylanträge. Gleichwohl lässt sich daraus derzeit noch keine belastbare Aussage über eine langfristige Entwicklung ableiten. Daher wird es entscheidend sein, die Entwicklung in den kommenden Monaten zu beobachten, um festzustellen, ob sich ein klarer Trend in der aktuellen Dynamik abzeichnet.

Die Initiative Recht auf Asyl wird die Entwicklung der Asyl-, Flüchtlings- und Schutzanträge weiterhin monatlich beobachten und analysieren, um die Öffentlichkeit in Kolumbien und Deutschland fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen zu informieren.

Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)