Monitoring der Asylzahlen: Kolumbien in Deutschland – Juni 2026

Juni 2026

7/30/20262 min read

Die Initiative „Recht auf Asyl“ veröffentlicht ihre aktuelle Analyse zur Entwicklung der Anträge auf internationalen Schutz von kolumbianischen Staatsangehörigen in Deutschland für den Monat Juni 2026.

Im Berichtsmonat wurden 28 Asylanträge von kolumbianischen Staatsangehörigen registriert. Dies stellt einen Rückgang gegenüber dem Vormonat Mai 2026 (44 Anträge) dar. Trotz leichter Schwankungen in den vergangenen Monaten bewegen sich die Zahlen damit weiterhin auf einem niedrigen Niveau, nachdem zu Beginn des Jahres durchschnittlich zwischen 50 und 70 Asylanträge pro Monat verzeichnet worden waren.

Weiterhin bemerkenswert ist die Entwicklung bei den Asylanträgen venezolanischer Staatsangehöriger. Bis einschließlich Juni 2026 wurden 595 Asylanträge registriert, davon allein 98 im Juni. Damit gehört Venezuela im Juni 2026 erneut zu den zehn Herkunftsländern mit den meisten neu gestellten Asylanträgen in Deutschland.

Angesichts der politischen Entwicklungen des vergangenen Monats erscheint es vertretbar, das Umfeld für die politische Opposition infolge des Regierungswechsels – beziehungsweise bereits vor der Amtseinführung des neuen Präsidenten – als feindlich einzustufen. Vor diesem Hintergrund kann ein Anstieg der Asylanträge kolumbianischer Staatsangehöriger mittelfristig nicht ausgeschlossen werden. Ein deutlicher Anstieg kurzfristig erscheint jedoch weiterhin wenig wahrscheinlich.

Hinsichtlich der Entscheidungen des BAMF wurden – wie bereits im Mai – auch im Juni 2026 keine positiven Entscheidungen zugunsten kolumbianischer Asylsuchender getroffen. Dies steht im Gegensatz zum April 2026, in dem zwei kolumbianischen Staatsangehörigen Asyl gewährt wurde.

Damit wurden im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 insgesamt drei positive Entscheidungen dokumentiert: ein Fall subsidiären Schutzes im Januar sowie zwei Asylanerkennungen im April.

Die Gesamtschutzquote liegt weiterhin unter 0,5 % und zählt damit zu den niedrigsten Quoten unter den Herkunftsländern mit einer nennenswerten Zahl von Asylanträgen. Dies unterstreicht die anhaltend restriktive Entscheidungspraxis der deutschen Behörden gegenüber Asylanträgen kolumbianischer Staatsangehöriger.

Fazit

Die Zahlen für Juni 2026 zeigen einen deutlichen Rückgang der Asylanträge gegenüber dem Vormonat und bestätigen die in den vergangenen Monaten beobachteten Schwankungen.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung ist es wichtig, die weitere Entwicklung in den kommenden Monaten aufmerksam zu beobachten. Insgesamt bestätigt die Bilanz des ersten Halbjahres 2026 jedoch einen deutlichen Rückgang der durchschnittlichen Zahl von Asylanträgen im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres.

Die Initiative „Recht auf Asyl“ wird ihre monatliche Beobachtung weiterhin konsequent fortsetzen, um die Öffentlichkeit in Kolumbien und Deutschland über die Entwicklung der Asyl-, Flüchtlings- und Schutzanträge auf internationaler Ebene umfassend zu informieren.

Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)