Monitoring der Asylzahlen: Kolumbien in Deutschland – Mai 2026
Mai 2026


Die Initiative „Recht auf Asyl“ veröffentlicht ihre aktuelle Analyse zur Entwicklung der Anträge auf internationalen Schutz von kolumbianischen Staatsangehörigen in Deutschland für den Monat Mai 2026.
Im Berichtszeitraum wurden 44 Asylanträge registriert. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber April 2026 (29 Anträge). Insgesamt bewegen sich die Zahlen jedoch weiterhin auf einem niedrigen Niveau, nachdem bis Anfang dieses Jahres monatlich durchschnittlich zwischen 50 und 70 Anträge verzeichnet worden waren.
Weiterhin bemerkenswert ist die Entwicklung bei den von venezolanischen Staatsangehörigen gestellten Asylanträgen. Bis einschließlich Mai 2026 wurden insgesamt 99 Anträge registriert.
Kolumbien gehört weiterhin nicht zu den zehn Herkunftsländern mit den meisten Asylanträgen in Deutschland. Damit setzt sich dieser Trend nun bereits den fünfzehnten Monat in Folge fort.
Angesichts der politischen Entwicklungen des vergangenen Monats, bei denen das Umfeld für die politische Opposition infolge des Regierungswechsels – oder sogar bereits vor der Amtseinführung des neuen Präsidenten – als feindlich eingestuft werden kann, ist ein möglicher Anstieg der Asylanträge mittelfristig nicht auszuschließen. Ein kurzfristiger Anstieg erscheint hingegen derzeit nicht plausibel.
Hinsichtlich der getroffenen Entscheidungen weist der Monatsbericht des BAMF für Mai 2026 keine positive Entscheidung zugunsten kolumbianischer Asylsuchender aus. Dies steht im Gegensatz zum April 2026, als zwei kolumbianischen Staatsangehörigen die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt wurde.
Damit wurden im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 insgesamt drei positive Entscheidungen dokumentiert: die Gewährung subsidiären Schutzes im Januar sowie zwei Anerkennungen als Flüchtlinge im April.
Die Gesamtschutzquote bewegt sich weiterhin zwischen 0,5 % und 1 % und zählt damit zu den niedrigsten unter den Staatsangehörigkeiten mit einem nennenswerten Antragsaufkommen. Dies verdeutlicht die anhaltend restriktive Entscheidungspraxis der deutschen Behörden gegenüber Asylanträgen kolumbianischer Staatsangehöriger.
Fazit
Die Zahlen für Mai zeigen zwar einen Anstieg der Antragszahlen, erlauben derzeit jedoch noch keine belastbare Einschätzung darüber, ob sich daraus ein nachhaltiger Trend ableiten lässt. Daher wird es entscheidend sein, die Entwicklung in den kommenden Monaten sorgfältig zu beobachten, um beurteilen zu können, ob sich die gegenwärtige Dynamik verfestigt.
Die Initiative „Recht auf Asyl“ wird ihre monatliche Beobachtung weiterhin mit wissenschaftlicher Sorgfalt fortsetzen, um die Öffentlichkeit in Kolumbien und Deutschland über die Entwicklung der Asyl-, Flüchtlings- und internationalen Schutzanträge umfassend zu informieren.

