Monitoring der Asylzahlen: Kolumbien in Deutschland – März 2026

März 2026

4/12/20262 min read

Die Initiative Recht auf Asyl legt ihre aktuelle Analyse zur Entwicklung der Anträge auf internationalen Schutz von kolumbianischen Staatsangehörigen in Deutschland für den Monat März 2026 vor.

Im Berichtszeitraum wurden 68 Asylanträge registriert. Dies entspricht in etwa dem Niveau des Vormonats Februar 2026 (73 Anträge). Trotz des leichten Rückgangs bewegen sich die Zahlen weiterhin auf einem Niveau, das den Werten zum Jahresende 2025 nahekommt, als monatlich etwa 75 bis 80 Anträge verzeichnet wurden.

Besondere Beachtung verdient die Entwicklung der von venezolanischen Staatsangehörigen eingeleiteten Asylverfahren. Die im März 2026 registrierte Zahl weist gegenüber dem Vormonat einen Anstieg um 100 % auf, von 61 auf 121 Anträge. Venezuela zählt damit im März 2026 zu den zehn Staatsangehörigkeiten mit den höchsten Antragszahlen in Deutschland.

Kolumbien hingegen bleibt weiterhin außerhalb dieser Gruppe und bestätigt damit einen seit nunmehr dreizehn aufeinanderfolgenden Monaten bestehenden Trend.

Die Datenauswertung zeigt ein zyklisches Muster der Antragszahlen mit Schwankungen zwischen etwa 50 und 75 monatlichen Anträgen seit Ende 2025. Auch wenn die Werte für Februar und März 2026 auf eine mögliche Zunahme hindeuten könnten, lässt sich derzeit noch kein struktureller Wandel des übergeordneten Trends feststellen, der weiterhin als rückläufig zu bewerten ist.

Im Hinblick auf die getroffenen Entscheidungen weist der Monatsbericht des BAMF für März 2026 keine abgeschlossenen Verfahren aus. Im bisherigen Jahresverlauf wurde somit lediglich eine positive Entscheidung dokumentiert, nämlich die Gewährung subsidiären Schutzes an einen kolumbianischen Staatsangehörigen im Januar 2026.

Die Gesamt-Schutzquote verbleibt auf einem Niveau von unter 0,5 % und gehört damit weiterhin zu den niedrigsten unter den Staatsangehörigkeiten mit einem signifikanten Antragsaufkommen. Dies unterstreicht die fortbestehend restriktive Entscheidungspraxis der deutschen Behörden gegenüber Anträgen kolumbianischer Staatsangehöriger.

Fazit

Obgleich die Zahlen für März einen marginalen Rückgang der Antragszahlen erkennen lassen, bedarf es der weiteren Beobachtung der Entwicklung in den kommenden Monaten, um eine belastbare Einschätzung hinsichtlich möglicher Trends bei den neu eingeleiteten Verfahren vornehmen zu können. Eine kontinuierliche Analyse der nächsten Berichtszeiträume ist daher unerlässlich, um festzustellen, ob sich eine Veränderung der derzeitigen Dynamik verfestigt.

Gleichzeitig ist der signifikante Anstieg der im letzten Monat eingeleiteten Asylverfahren durch venezolanische Staatsangehörige besonders hervorzuheben.

Die Initiative Recht auf Asyl wird ihr monatliches Monitoring weiterhin mit der gebotenen Sorgfalt fortführen, um die Öffentlichkeit in Kolumbien und Deutschland fortlaufend und fundiert über die Entwicklung der Asyl-, Flüchtlings- und Schutzanträge zu informieren.

Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)